Das neue “Einkaufen”

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich dazu überhaupt etwas schreiben soll.

Was hat mich jetzt doch dazu bewegt über dieses Thema zu schreiben?

Als ich letzte Woche einkaufen war, ist mir etwas aufgefallen. An so gut wie jedem Supermarkt steht jetzt eine Sicherheitskraft, was in der aktuellen Situation nicht verwerflich ist. Momentan sind diese Sicherheitsmitarbeiter das Aushängeschild unserer Branche, sie sind es, die die deutsche Bevölkerung am Häufigsten sieht. Diese Entwicklung macht mich gerade sehr traurig, wenn nicht sogar wütend. Was man vor den Supermärkten sieht, repräsentiert unsere gesamte Branche und das kann man nicht ernst nehmen, was dort “abgestellt” wird.

Zunächst möchte ich erwähnen, dass nicht alle gleich sind, es gibt Sicherheitsmitarbeiter, die einen fantastischen Job machen. Leider musste ich aber auch das Gegenteil feststellen.

Anfangen möchte ich bei meinem Lieblingsthema „Dienstkleidung“. Man kann mittlerweile Dienstkleidungen sehen, die den Eindruck erwecken, wir würden uns in der Karibik befinden. Persönlich warte ich jetzt nur noch auf den Moment, dass einer genau dieser dort mit Flip-Flops steht. Warum wird von den Arbeitgebern keine ordentliche Dienstkleidung gestellt? Mir ist bewusst das jetzt kommt „Sie haben Dienstkleidung“. Wenn sie diese haben, warum ziehen sie diese nicht an und warum kontrolliert das keiner.

Vielleicht sehe ich das auch falsch, der Sicherheitsmitarbeiter ist doch in diesem Moment das Aushängeschild, die Visitenkarte, meines Unternehmens.

Auf noch mehr Unverständnis stößt bei mir die Arbeitsweise des “Abgestellten”. Auf den Eingang zulaufend und vor mir mein Einkaufswagen, werde ich plötzlich mehr oder weniger lautstark angebrüllt „Heeeeyyyyy Waaaagen“. Wenn der “freundliche” Kollege nicht seinen Blick auf sein Smartphone gerichtet hätte, dann wäre ihm aufgefallen, dass ich bereits einen Einkaufswagen dabei hatte. Das Sicherheitsmitarbeiter im Besitz eines Smartphones sind, ist zur heutigen Zeit fast schon selbstverständlich. Es gibt welche, die zählen Besucher damit, dass ist auch ok.  Allerdings habe ich die Gabe, dass ich einen “Zähler” von einem “Egoshooter” unterscheiden kann… Der Sicherheitsmitarbeiter kann gerne auf sein Smartphone schauen und von mir aus kann er auch telefonieren, er sollte allerdings seinen Job nicht aus dem Fokus verlieren!

Wie gerade schon kurz erwähnt, ist diese Art der Kommunikation nicht die Beste. Als Kunde möchte ich doch freundlich empfangen werden.

Ein großartiges Beispiel ist ein Mitarbeiter, der in einem mir nahen Stadtteil vor einem Discounter arbeitet. Dieser ist immer freundlich, höflich und hilfsbereit, auch wenn er oft beschimpft wird, weil er einfach nur seine Arbeit macht. Ich frage mich, wieso kann diese Freundlichkeit und Professionalität nicht bei allen Mitarbeitern in Supermärkten u.a. funktionieren?

Was mich sehr nachdenklich gemacht hat war die Aussage einer Dame, welche vor mir lief. Diese sagte beim Betreten des Marktes „Typisch Security, das sind doch alles gescheiterte Existenzen, die in Ihrem Leben nichts auf die Reihe bekommen“.

Mich persönlich hat das sehr getroffen, dass unsere Branche in diesen Zeiten so schlecht angesehen wird. Ein sehr großer Teil von uns macht einen fantastischen Job, leider wird das nicht gesehen und honoriert.

Warum ist das so? Wenn ich als Beispiel den Werkschutz nehme, da sehen das nur die Mitarbeiter des Unternehmens und der Rest der Bevölkerung eben nicht. Auch bei Revierfahrern sieht man so gut wie nie, welche qualitative Arbeit diese leisten. Auch in anderen Bereichen ist diese “Unsichtbarkeit” unserer Arbeit ein Problem.

Es ist bei uns wie in allen anderen Branchen auch, es gibt Sicherheitsmitarbeiter, die Ihren Beruf mit Herzblut ausüben und einige eben nicht.

Nicht alle Sicherheitsmitarbeiter sind gleich, das sollte auch die breite Masse verstehen.

Trotz allem, schöne Feiertage und bleibt bitte alle gesund!

Eure Thin Purple Line

 

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