Erscheinungsbild

Als Erstes möchte ich kurz auf das Thema „erster Eindruck“ eingehen, dieser ist prägend und kann meistens nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Es dauert nur eine Zehntelsekunde, um jemanden einzuschätzen und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Studien belegen, je mehr Zeit Probanden gewährt wird, um Eindrücke zu gewinnen, desto sicherer sind sie sich in ihrer Annahme. Menschen bilden sich nicht nur sehr schnell einen ersten Eindruck, sie liegen in ihrer Einschätzung meist auch richtig, vorausgesetzt die Zielperson präsentiert sich selbst authentisch. Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Eindruck

Ich nutze jetzt einfach mal das Beispiel Stadion, weil dort viele Menschen am Wochenende in verschiedenen Stadien zusammenkommen. Die Vorfreude ist ja immer sehr groß, wenn man am Wochenende seinen Verein im Stadion unterstützen kann. Am Stadion angekommen und die Mitarbeiter der Sicherheit vor sich, passiert nun das, was so gut wie immer passiert. „Schau mal, da sind sie wieder, die Loser“ oder „Ahhhh die wo sich am Wochenende aufspielen“, das sind Aussagen die ich selber schon gehört habe. Die Motivation eines Sicherheitsmitarbeiters geht dann sehr schnell in den Keller, es ist dann immer wieder schwierig diese wieder zurück zu holen.

Es sind nicht alle Besucher so, ich werde hier auch nicht alle über einen Kamm scheren. Der größte Anteil dieser Besucher verhält sich völlig normal und freundlich.

Was hat das mit dem Erscheinungsbild zu tun, fragt Ihr euch bestimmt!

Oft ist es so, dass genau das der erste Eindruck vermittelt. Wie es dazu kommt ist auch sehr einfach zu erklären. In einem Fußballstadion ist es gang und gebe das nicht eine Firma alleine so einen Auftrag bewältigen kann. Es werden mehrere Nachunternehmer eingesetzt, somit trägt schon mal nicht jeder die selbe Dienstkleidung. Ein kleiner Teil trägt die Dienstkleidung des tatsächlichen Auftragnehmers, alle anderen Tragen dann gelbe Westen (oder ähnliche einheitliche Oberbekleidung). Für jemanden der Branchenkenntnisse besitzt, ist sehr schnell fest zu stellen wer Nachunternehmer ist und wer nicht. Getreu dem Motto „Der Preis ist heiß“ werden diese Nachunternehmer auch eingesetzt, zuerst wird alles was geht und kaum was kostet ins Haus geholt.

Hier fängt der ganze Wahnsinn nämlich an.

Jeder Geschäftsmann der eine Schule besucht hat, kann es schaffen einen Stundenverrechnungssatz zu eruieren zu dem er seine Mitarbeiter auf dem Markt anbietet. Wenn ich nun mit dem Markt gehe und mir die Preise dort abschaue, kann es passieren das ich einen Stundensatz anbiete der meine Kosten nicht deckt. Der andere Fall wäre dann, „Ich will den Auftrag, egal was es kostet“. So führt dann eines zum anderen, Löhne werden nicht Rechtskonform bezahlt oder der Unternehmer kommt seinen Pflichten nicht nach wie z.B. stellen der Arbeitskleidung.

So landen wir dann bei dem Erscheinungsbild.

Während meiner Zeit im operativen Einsatz habe ich schon so Manches gesehen, dass selbst mir die Sprache verschlagen hat. Wer mich kennt, weiß das ich nicht auf den Mund gefallen bin, es bedarf schon einiges, um mich sprachlos zu machen. Nicht nur das gar nicht tragen von Dienstkleidung, bis hin zu für diesen Auftrag Overdressed im Sinne von mehr als benötigt.

Um zurück zum Stadion zu kommen, setzt euch mal kurz zwei Bilder in den Kopf.

Bild 1. 20 Mitarbeiter alle ordentlich und sauber gekleidet, souveränes auftreten und freundlich im Umgang

Bild 2. 20 Mitarbeiter keiner sieht aus wie der andere, Löcher in der Hose usw. usw.

Eurer Phantasie sind jetzt keinerlei Grenzen mehr gesetzt.

Wo würdet Ihr euch wohler fühlen? Genau bei Bild 1, das würde wahrscheinlich jeder von uns. Mir wurde früher mal beigebracht „Mach es so, wie du es selber gerne haben würdest“. Das ist ein schöner Satz der mein Leben tatsächlich auch geprägt hat und danach Lebe ich auch, wenn ich etwas mache. Entweder Ich mache es richtig oder Ich lasse es sein.

Also wie gesagt Ich habe schon einiges gesehen und nehme mir jetzt auch mal raus Beispiele zu nennen. Bei einem Auftrag, in einem Stadion im schwäbischen Raum, standen wir alle zusammen. Also die Mitarbeiter unserer Firma bei der Ankunft dort. Wie das so ist, raucht man dann noch gemeinsam eine Zigarette und unterhält sich. Neben uns parkte ein etwas teureres Auto eines deutschen Herstellers, aus diesem stiegen vier Personen aus. Diese vier Personen waren so bekleidet, als würden sie in eine Disco gehen. Lackschuhe, Steppjacke mit Kapuzenfell, feine Hose und Chic gemacht, wie wenn sie auf Ihre eigene Hochzeit gehen würden. Im ersten Moment dachte ich mir nicht viel dabei, es könnte ja Personal sein das im VIP Bereich eingesetzt wird. Als wir unseren Dienst dann antraten, musste ich allerdings feststellen, dass genau diese Personen an vorderster Front stehen. Hier wieder Erscheinungsbild, was soll ich als Gast denken, wenn ich dort hinkomme. Für mich persönlich hat es ausgesehen, als würde der örtliche Schnellimbiss vier Mann Sponsoren, die Einlasskontrolle machen.

Ein anderes Beispiel. Man sollte dazu sagen es war Sommer und ja es war warm. Ein Revierfahrer der mit abgeschnittener Einsatzhose unterwegs war. Das wäre auch noch in meinem Verständnisbereich, wenn es eine ordentliche Hose gewesen wäre. Ich meine damit, wenn die Hose in Ihrer Art dazu bestimmt wäre eine kurze Hose zu sein. Was allerdings den Boden aus dem Fass geschlagen hat, war das Bekleidungsoberteil und die Schuhe. Wenn ich schon so eine Hose im Dienst trage, wird sich der Mitarbeiter gedacht haben, kann ich ja kein Firmenshirt anziehen. Er hat sich dann wohl dazu entschlossen, das Shirt seiner Liebling Heavy Metal Band anzuziehen, war ja schließlich auch schwarz. Zu der Gesamtbekleidung dann die passenden Schuhe, das waren dann die vorgeschriebenen Arbeitsschuhe. Wie es sich gehört über den Knöchel um ein Umknicken einzugrenzen. Also so sollten sie von Ihrer Machart bestimmt sein, wenn man sie ordentlich anzieht. Der Kollege schaffte es aber nicht diese zu binden und so sah das ganze Bild dann auch aus.

Wichtig ist, der Sicherheitsmitarbeiter sollte einen ersten ordentlichen Eindruck hinterlassen. Der Arbeitgeber muss da wesentlich mitwirken, nicht nur die Arbeitskleidung bereitstellen, sondern auch kontrollieren ob diese vorschriftsmäßig getragen wird.

So schaffen wir schon mal einen kleinen Schritt in Richtung größere Akzeptanz, das Ziel was wir uns wünschen von der Bevölkerung.

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