Image Schaden Sicherheitsdienstleistung

Man hört es leider sehr oft, “Sicherheitsdienst, für was brauch man den Schlägertrupp”.

Das kommt nicht von irgendwo her, die Geschichte der Sicherheitsdienstleistung schreibt das so.

Private Sicherheitsdienste im heutigen Sinne gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung nahmen auch die Delikte an den Arbeitsstätten zu. Daher gründeten sich zunächst Vereine, um insbesondere dem sogenannten Fabrikdiebstahl in Industriebetrieben entgegenzutreten. Heutzutage wären diese Vereine am ehesten mit einem internen Werkschutz vergleichbar, wobei diese betriebsinternen Sicherheitsorgane zum damaligen Zeitpunkt häufig noch keine eigenständige organisatorische Einheit bildeten. Später richteten Industriebetriebe aber tatsächlich eigene Sicherheitsabteilungen ein, womit sich der klassische Werkschutz etablierte. Etwa parallel dazu gründeten sich Wach- und Schließinstitute, die als externe Dienstleister die Sicherheit für ihre Kunden gewährleisten sollten. Heutzutage gibt es nur noch verhältnismäßig wenige interne Sicherheitsdienste, die die operative Sicherungstätigkeit im eigenen Betrieb übernehmen. Meistens wird auf externe Dienstleister zurückgegriffen und lediglich die übergreifende Organisation des Sicherheitswesens durch entsprechende Sicherheitsabteilungen des Industrie- bzw. Gewerbebetriebs gewährleistet.

Quelle: http://www.wiki-fuer-schutz-und-sicherheit.de/wiki/Geschichte_des_privaten_Sicherheitsgewerbes

Es gibt aber auch noch eine Geschichte wie es zur Veranstaltungssicherheit gekommen ist. (Habe leider keine Quelle gefunden, die das bestätigt)

Man erzählt sich, dass die eigentliche Veranstaltungssicherheit durch einen Motorrad Club in das Leben gerufen wurde. Seinen Ursprung soll das Ganze im Mannheimer Raum gefunden haben, bei dem an einer Veranstaltung mehr Besucher kamen als erwartet. Der Club hat dort für Ruhe und Ordnung gesorgt, deshalb wurden sie auch für weitere Veranstaltungen gebeten dies zu tun. Ich kann nur vermuten, dass bei einigen Besuchern allein die Anwesenheit der Clubmitglieder dafür gesorgt hat ruhig zu bleiben. Allgemein ist bekannt, dass die Doormanszene von ca. 1980 bis 2000 von Mitgliedern solcher Clubs dominiert wurde. Wer also in dieser Zeit Diskotheken besucht hat, der hat die Männer, die das Körperformat eines Kühlschranks haben, gesehen. Dass die Herren nicht zimperlich waren, wenn es darum ging mal kurz etwas härter zuzugreifen, das ist ja auch bekannt.

Ich möchte hier keinerlei Schuld zuweisen an die Herren, sie hatten einen Job und der wurde erledigt.

Allerdings bin ich der Meinung das es prägend war für manche Menschen. Ich vermute auch, das Bild des Security hat zu dieser Zeit seinen Ursprung genommen.

Die Moderne Sicherheitsdienstleistung hat aber nun gar nichts mehr damit zu tun.

Was heißt eigentlich Moderne Sicherheitsdienstleistung?

Sicherheitsmitarbeiter sind nicht einfach nur Menschen die irgendwo an einem Stadion stehen und Karten abreisen. Sie sind auch nicht die, welche im Gegensatz zu mancher Meinung, andere Kontrollieren um diese zu ärgern. Ein Sicherheitsmitarbeiter hat sehr viele Aufgaben, unter anderem je nach dem wo sie eingesetzt sind folgende:

  • Brandschutz- und Evakuierungshelfer
  • Ersthelfer
  • Übersetzer
  • Helfer
  • Zuhörer
  • Durchgreifer
  • Streitschlichter
  • uvm.

Wie kommt es nun zu dem schlechten Image?

Ich bin der Meinung das liegt daran, das immer nur das negative gesehen wird. Wenn ein Sicherheitsmitarbeiter einen Fehler macht wird das direkt breitgetreten, es interessiert also nicht wie viel er vorher schon richtig gemacht hat. Zwei meiner ehemaligen Kollegen, haben bei einem Streifengang mal durch Zufall eine nicht unerhebliche Menge Marihuana entdeckt. Das wurde dann auch ganz schnell wieder vergessen, bei der nächsten Sache die dann nicht 100% war.

Viele vergessen, dass Sicherheitsmitarbeiter auch nur Menschen sind, Menschen die Familie haben. Es gibt für einen Sicherheitsmitarbeiter nichts Wertvolleres, als gesund und unverletzt nach einer Schicht wieder nach Hause zu kommen. Es wäre sehr schön, wenn sich das Einige mal zu Herzen nehmen würden und vorher überlegen was sie tun. Ich persönlich befand mich nie in einer Situation, in der ich übermäßig reagieren musste. Dann kam das eine Spiel der 2. Fußball Bundesliga in meiner Heimatstadt gegen einen Verein aus dem östlichen Teil von Deutschland. Vor diesem Spiel gab es einen Sturm der Anhänger des anderen Vereines. Eines Kollegen haben sie direkt K.O. geschlagen, ich habe mich schützend in den Eingang gedrückt damit ihn keiner überrennt. In diesen gefühlten 2 Minuten bis er wieder zu sich kam musste ich mehrere Schläge einstecken und mir alles Mögliche an Beleidigungen anhören. Gefragt habe ich mich nur, warum??? Bestimmt war dieser eine oder die auch schon mal in der Lage das sie froh waren das ein Sicherheitsmitarbeiter vor Ort war.

Okay, wieder zurück zum Thema.

Die Akzeptanz zu einem Sicherheitsmitarbeiter ist leider sehr gering, für die meisten ein teures und unnötiges Übel. Wir übernehmen allerdings so viele Aufgaben (s.o.) wenn wir einen Auftrag ausführen. Die meisten Sachen werden von einem Besucher oder wie auch immer gar nicht wahrgenommen, den allein die Vorbereitung und Nachbereitung eines Auftrags sieht kein Mensch. Was auch oft nicht gesehen wird, ist der niedrige Lohn, den der größte Teil der Sicherheitsmitarbeiter bekommt, für das was sie leisten. Um gut über die Runden zu kommen muss ein Sicherheitsmitarbeiter 200 – 230 Stunden jeden Monat machen, die meisten normalen Menschen arbeiten ca. 170 Stunden im Monat.

Warum wird also die Arbeit eines Sicherheitsmitarbeiters nicht akzeptiert, von einem großen Teil der Bevölkerung.

Kann es daran liegen, das man kein Ergebnis in den Händen halten kann ??

Kann es daran liegen, das wir Spaßverderber sind, weil wir eine Veranstaltung beenden sollen ??

Kann es daran liegen, das sich ein paar nicht richtig artikulieren können ??

Kann es daran liegen, das einige meinen sie seien Rambo ??

Es kann an so vielem liegen aber das ist nicht nur bei uns in der Sicherheitsbranche so, in einer Werkstatt sieht man das nur nicht. Wir stehen in der Öffentlichkeit und werden von daher auch immer beobachtet, was die Situation manchmal nicht einfacher macht.

Zum Schluss möchte ich noch eines sagen, es gibt hoch ausgebildete Sicherheitsmitarbeiter so wie Mitarbeiter mit jahrelanger Erfahrung, die genau wissen was sie machen. Denkt vielleicht nächstes mal daran, wenn Ihr wieder zu einem Sicherheitsmitarbeiter sagt “Du hast doch nichts gelernt”. Denkt vielleicht auch mal daran, wenn am Ende einer Veranstaltung die Sicherheitsmitarbeiter kommen und sagen das jetzt Feierabend ist, das ein Ende immer geplant ist und vom Veranstalter kommt nicht vom Sicherheitsmitarbeiter.

Wir machen alle nur unseren Beruf, nach den Vorgaben die wir bekommen. So wie ein Fließbandarbeiter auch seine Vorgabe bekommt.

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